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KÄTHE HERMANN
Anne Lepper | Premiere 6. März 2014 | Euro Theater Central Bonn
Käthe Hermanns Auftritt ist spektakulär. Durch die schwarze Folie im Hintergrund arbeitet sie sich auf die Bühne, erhebt ihre Stimme wie eine Operndiva und schwingt das Tanzbein. Das Theater will sie endlich erobern, nachdem das Leben ihrem eingebildeten Talent übel mitgespielt hat. Ihr Hans hat sie zweimal geschwängert, bevor er das Zeitliche segnete. Erschossen wurde, behauptet Käthe später, was sich ebenso gut in ihr dramatisches Lebenskonstrukt fügen würde wie ihr heldenhafter Widerstand gegen die Braukohlenbagger, die ihr Häuschen jetzt bedrohen. Täglich probt sie im Familienkreis mit Hilfe ihrer beiden erwachsenen Kinder für die große Show. Tochter Irmi gibt die Ankleiderin, der behinderte Sohn Martin sorgt für die Technik. Im Euro Theater Central hat die in Bonn aufgewachsene junge Regisseurin Konstanze Kappenstein, die hier vor einem Jahrzehnt kurz als Regieassistentin tätig war und inzwischen an mehreren großen Häusern inszenierte, die Familiengroteske "Käthe Hermann" von Anne Lepper auf die Bühne gebracht. Das 2012 uraufgeführte Stück verschaffte der 1978 in Essen geborenen Autorin den Durchbruch. "Theater Heute" kürte sie zur Nachwuchsdramatikerin des Jahres 2012. Ihre Dialoge sind knapp und unterlaufen präzis das Scheinglück der Hermannschen Idylle. Wieslawa Wesolowska spielt das Muttermonster Käthe mit roter Blume auf der schlohweißen Zottelperücke (Kostüme Jule Dohrn-van Rossum) und der schamlosen Lebenswut einer Heroine, die alles um sich herum plattmacht. Doris Lehner ist die dauergedemütigte Tochter Irmi, die von ihrem "Jungen" träumt und dabei zärtlich eine aus schwarzglänzender Folie gefertigte Puppe umsorgt. Frank Musekamp verkörpert berührend Irmis Bruder Martin, der völlig ungerührt den Tod seiner mütterlichen Schwester hinnimmt. Dieser ist nämlich Käthes heiß ersehnte gesellschaftliche und künstlerische Chance. Als tragisch Trauernde erwartet sie den begeisterten Jubel der ganzen Welt. Absurdes Theater des 21. Jahrhunderts. Überzeugter Premierenbeifall. GENERAL ANZEIGER BONN
In der Zimmerbühne Euro Theater stellt es sich nicht einfach dar, mit einer Abraumhalde Eindruck zu machen. Realismus ist da nicht das Mittel. Damit man das nicht aus den Augen verliert, geht Anne Leppers Familiendrama "Käthe Hermann" auch mit der Sprache andere eigene Wege. Und Konstanze Kappensteins Inszenierung - sie hat mal als Regieassistentin bei Gisela Pflugradt angefangen - tut das auch mit den Bildern. Viele kennt man als Material aus anderen Stücken, Anne Lepper gebraucht sie auch wie Zitate. Es ist Spielmaterial, kaum dass sich daraus neue Handlung ergäbe. Es ist alles schon da, wenn es losgeht. In einer Ecke hockt der beinlose Martin, Käthes Sohn, auf einem Rollbrett. Wenn er nicht den Kopf unterm Rock seiner Schwester Irmi hat. Dazu gehört wieder ein anderes Bild. Irmi träumt sich den eigenen Sohn herbei. Hat sie ihn verloren? Ist er eine Fiktion? (...) Bei Anne Lepper bringt sich die Schwester Irmi um, was dann als der lang herbeigesehnte Befreiungsakt für Käthe dient. Das ist die Quintessenz, das Ende, zusammengefasst das auch kurze, kaum anderthalb Stunden lange, aber nicht uninteressante Stück: Käthe befreit sich von dem, was ihr das Leben in Gestalt ihrer Lieben alles vorenthalten hat - vor allem den Ruhm als Balletttänzerin. Der Erzeuger verstarb, kaum dass er ihr die zwei Kinder gemacht hatte. Das alles wird dann auch im gloriosen Schlussbild wie ein großes leuchtendes Opernfinale eingefahren. Gezeigt wird also das Bild einer rundherum katastrophischen Familie mit dem paradoxen Mutteruntier Käthe, über allem thronend. Eine die - gut: Wieslawa Weslowska - davon träumt, sich zu retten. Ob der Text beispielsweise die inzestuösen Einschübe der Geschwister tatsächlich hergibt, ist nicht leicht zu sagen. Frank Musekamps Martin rundete es als Figur ab, wenigstens unter Irmis Rock - Doris Lehner - ist er Rocky, der er ums Leben gern wäre. BONNER RUNDSCHAU
REGIE BÜHNE KOSTÜM DRAMATURGIE KÄTHE IRMI MARTIN
Konstanze Kappenstein Franz Dittrich Jule Dohrn van Rossum Ulrike Fischer Wieslawa Wesolowska Doris Lehner Frank Musekamp